Lange Chronik als Bestandteil der Winterthurer Kulturszene


1874 als Gemischter Chor Winterthur gegründet und umbenannt in Oratorienchor Winterthur in 2004, ist der Chor fester Bestandteil des lebendigen Winterthurer Kulturlebens. Auch wenn die musikalische Leitung und die Sängerinnen und Sänger im Laufe der Zeit wechselten: Unumstössliches Ziel des Chorschaffens war seit jeher die hochkarätige Wiedergabe einer breiten Palette von orchestral begleiteten und a-cappella-Werken. Dabei interessieren nicht ausschliesslich die grossen und bekannten Komponisten der Alten Musik, sondern ebenso die Exponenten der neueren und zeitgenössischen Musik. Gemeinsam ist aber allen Darbietungen die gesangliche und interpretatorische Sorgfalt der Umsetzung.

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 Joh. Seb. Bach C. Monteverdi   G.F. Händel  J. Haydn  F. Mendelssohn G. Verdi

Im Rahmen von abwechslungsreichen Programmen hat der Oratorienchor im Laufe der Zeit engere Bande zu kleineren und grösseren Orchestern geknüpft. Dazu zählen zum Beispiel das Capriccio Barockorchester, mit dem unter anderem 2016 Händels Solomon und zuletzt 2019 die Kantaten 4-6  aus Bachs Weihnachtsoratorium in der Stadtkirche aufgeführt wurden. Mit dem Ensemble la fontaine inszenierte der Chor 2006 in der Klosterkirche Fischingen und in Winterthur Bachs h-Moll-Messe und 2009 in der Klosterkirche St. Katharinental in Diessenhofen Claudio Monteverdis Marienvesper. Diese Verbindung von relativ grossem Chor und dem auf authentische Aufführungspraxis spezialisierten Orchester sorgte in Fachkreisen für grosse Anerkennung. 

Besonders verbunden ist der Oratorienchor Winterthur mit dem Orchester Musikkollegium Winterthur. Unter der Leitung des Dirigenten und damaligen Direktors Georg Wilhelm Rauchenecker entstanden 1874 die ersten gemeinsamen Aufführungen. Seither bringen die beiden Klangkörper erfolgreich immer wieder grosse Oratorien, Messen und Passionen vor das Publikum, so etwa Verdis Requiem im Jahr 2015 unter der Leitung von Douglas Boyd und Beethovens Missa Solemnis im 2017 unter der Leitung von Beat Fritschi. 

Die umfassende Chronik des Oratorienchors Winterthur ist hier zu finden.

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W.A. Mozart R. Schumann A. Dvo­řák C. Orff I. Strawinsky

 

 

 

 

 

 

Auch wenn der Winterthurer Chor seinem Heimatort treu verbunden ist, begab er sich im Jahr 2012 im Rahmen eines grenzüberschreitenden Kulturprojekts ins fernere Serbien, wo er in Belgrad, Zrenjanin und Novi Sad den Messias von G.F. Händel in der Fassung von W.A. Mozart zur Aufführung brachte. Der so entstandene interkulturelle Austausch mit dem Belgrader Radiosinfonieorchester und dem Jugendchor Koca Kolarov hat den Oratorienchor enorm bereichert nicht nur bezüglich Aufführungserfahrung, sondern insbesondere mit dem Erlebnis einer Kultur, in der Musik nicht nur im Konzertsaal vorgetragen, sondern im Alltag mit grossem Selbstverständnis gelebt wird.